21. Juni 2026
Liturgie-Serie Teil 13: Wer betet das Hochgebet?

Gestern, Samstag, wurde Diakon Richard von Erzbischof Josef Grünwidl zum Priester geweiht. Die erste „Aufgabe“, die er und die anderen vier Neugeweihten bekommen haben, war, an den Altar zu treten und zusammen mit dem Bischof das Hochgebet, auch Anaphora genannt, zu beten. Das drückt etwas Wichtiges aus: Dafür wurdet ihr geweiht, und das sollt ihr von nun an im und für das Volk Gottes tun.
Es ist mir ein Anliegen im Rahmen unserer Liturgiereihe zu betonen, dass das Hochgebet ein gemeinsames Gebet der christlichen Versammlung ist, die als der „Leib Christi“ auftritt und zu Gott Vater betet. Dem Priester ist es von der Kirche aufgetragen, der Liturgie vorzustehen und im Namen aller Anwesenden das Gebet zu sprechen. Aber nicht leise für sich, sondern laut und verständlich, damit sich alle im Herzen anschließen und mitbeten können.
Der Einleitungsdialog des Hochgebets begegnet uns in mehreren Teilen der Messe: „Der Herr sei mit euch – Und mit deinem Geiste“. Damit wird ausgedrückt, dass die Versammlung und der Priester in Communio sind und dass er jetzt im Namen aller beten darf und soll. Dazu kommen auch Teile, die nur die Versammlung spricht, nämlich das „Geheimnis des Glaubens“ und vor allem das „Amen“ am Ende. Mit dem gesprochenen oder gesungenen Amen bestätigt die ganze Versammlung, dass das Gebet in ihrem Sinne war, dass sie zustimmt und dahintersteht. Dieses Amen soll kräftig und voll Glauben sein.
Priester und Volk zusammen bilden in der Hl. Messe den Leib Christi. Es ist wirklich erstaunlich, aber durch uns betet Christus! Erkennen wir neu diese große Würde und freuen wir uns über die Neupriester, die mit uns dieses Geheimnis feiern!
Kaplan Clemens
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