27. September 2026
Der Papst und KI

Wer auf www.vaticannews.va nach Beiträgen des Papstes und des Vatikans über die Künstliche Intelligenz sucht, der wird von der Fülle der Antworten fast überfordert. Gerade erst am heutigen Donnerstag, als ich diese Zeilen schreibe, hat Leo XIV. die Mitglieder der päpstlichen Akademie eindringlich vor den riskanten Spielen mit der KI gewarnt, und auch auf positive, hoffnungsvolle Entwicklungen hingewiesen.
Wenn man führenden KI-Experten wie Ray Kurzweil trauen kann, dann wird die Welt, wie wir sie kennen, in 20 Jahren eine ganz andere sein. Das Tempo, mit dem sich die technologischen Erneuerungen entfalten, nimmt exponentiell an Fahrt auf, wie ein Schneeball: Zuerst kullert er langsam und träge dahin, und später reißt er immer mehr mit. Eine Lawine kann niemand mehr aufhalten, nur in Deckung gehen kann man.
Papst Leo hat in Anbetracht dieser epochalen Umwälzungen eine Enzyklika veröffentlicht, die er „Magnifica humanitas“ nannte, zu Deutsch: „Wunderbare Menschheit“. Der Untertitel sagt schon vieles: „Über die Bewahrung der Menschheit im Zeitalter der künstlichen Intelligenz“. In der Tat steht vieles auf dem Spiel, nicht zuletzt der zwischenmenschliche Zusammenhalt, die Geschwisterlichkeit der einen Menschheit. Wer in Zukunft KI-Systeme kontrolliert, und ohne ethische Maßstäbe agiert, kann Menschen in Armut, Abhängigkeit und Zerstörung führen. Für das Gebot der Stunde halte ich, dass wir gemeinsam wieder darüber nachdenken, was unsere Menschheit eigentlich ausmacht, was wir erhalten wollen, was uns glücklich macht und nicht zuletzt, was wir als den Sinn unseres Lebens begreifen. Die Offenbarung Jesu Christi, der „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ ist, möge uns darin leiten!
Diesmal etwas ernster, euer Kaplan Clemens
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