03. Mai 2026
Liturgie-Serie Teil 6: Liturgische Eröffnung und Begrüßung

Die Heilige Messe beginnt. Es läutet. Wir beginnen zu singen. Priester (+ Diakon, soweit vorhanden) und Ministranten ziehen ein. Es geht los … Der Priester beginnt „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Alles, was wir nun tun werden, tun wir in SEINEM – Gottes – Namen, nicht weil wir es uns selber ausgedacht hätten. Wir sind von IHM getragen, wir stehen in SEINER Gegenwart.
Danach grüßt der Priester die Versammelten: „Der Herr sei mit euch“ (auch andere Variationen stehen zur Verfügung!). Die Gläubigen antworten: „Und mit deinem Geiste.“ Halten wir kurz bei diesem Eingangsdialog inne. Dieser Dialog zwischen Priester und versammelten Gläubigen läuft meist gewohnheits-, fast schon routinemäßig ab, sagt aber eine tiefe Wirklichkeit aus. 1. Liturgie ist dialogisches Geschehen, nicht One-Man-Show des Zelebranten. Es ist Gespräch, Austausch im Glauben, geistliche Kommunikation. 2. Wir treten in die Sphäre Gottes ein (nicht einfach: „Grüß euch, alle miteinander“ o. Ä.). Freilich: Gott ist überall, aber die Kirche ist immer wieder neu aufgerufen, sich in der heiligen Nähe Gottes zu versammeln. 3. Der Priester darf in der ihm von Gott verliehenen Vollmacht der Gemeinde die Anwesenheit Gottes wünschen und zusagen. Die Gläubigen antworten, anders formuliert: „Auch bei dir möge der Heilige Geist sein bei allem, was du nun tun oder sagen wirst.“ 4. Der Priester zieht nicht seine Show ab; er soll sprichwörtlich auch hinter dem neuen Gewand/Messgewand zurücktreten und seine Stimme und sein Tun Christus, dem Hohenpriester „leihen“.
Im Gottesdienst ist es wie in einer menschlichen Beziehung oder Freundschaft: Es ist ein Dialog des Vertrauens; Ansprache und Antwort; Austausch; dem anderen etwas mitteilen und von ihm empfangen. Dann dürfen wir auch die Momente des Schweigens und der Stille zulassen und in sie eintauchen.
Herzliche Grüße, Pfarrer Alexander
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