01. März 2026
„Ich glaube an die Auferstehung der Toten“

Viele Menschen zucken bei der Frage, was mit uns nach dem Tod passiert, ratlos mit den Schultern. Andere behaupten ganz entschieden, nach dem Tod sei alles endgültig aus. Umfrageergebnisse zeigen, dass ca. 20 % der Getauften an die Reinkarnation glauben. Reinkarnation ist vereinfacht gesagt die Vorstellung, dass der Mensch nicht nur einmal auf Erden lebt, sondern mehrfach wiedergeboren wird, um Folgen der von ihm begangenen schlechten Taten (Karma) abzubauen und sich so stufenweise zum „Göttlichen“ emporzuarbeiten. Wenn ich wiedergeboren werde, bedeutet dies im Grunde genommen, dass das Diesseits bagatellisiert wird. Während dieses Denken für östliche Religionen etwas Schicksalhaft-Bedrohliches an sich hat, wird es im westlichen esoterischen und gnostischen Milieu geradezu verklärt und scheint für nicht wenige Menschen attraktiv zu sein. Passt diese Vorstellung zum christlichen Glauben?

Die Heilige Schrift (Hebr 9,27) und die Überlieferung der Kirche geben eine ganz klare und deutliche Antwort: dass es dem Menschen bestimmt ist, „ein einziges Mal zu sterben“ und dass die Toten auferstehen werden und ihr Leib „in die Gestalt seines [= Christi] verherrlichten Leibes“ verwandelt wird“ (vgl. KKK 999; Phil 3,21). Das Glaubensbekenntnis spricht in seinem früheren Wortlaut von der „Auferstehung des Fleisches“ (resurrectio carnis), dh. die Auferstehung ist nicht nur irgendeine vage Idee. Unser „Fleisch“ – im biblischen Sinn ist das nicht nur unser Leib, sondern auch unsere Kreatürlichkeit, unsere Lebensgeschichte, unsere Schwachheit, Sündhaftigkeit, Sterblichkeit … – wird von den Fesseln des Todes befreit und verherrlicht, verwandelt werden. Darin besteht die unveräußerliche Würde des menschlichen Leibes. „Die Auferstehung der Toten ist die Zuversicht der Christen; im Glauben an sie existieren wir.“ (Tertullian) Die kleinen (oder größeren) alltäglichen Mühen, Schwierigkeiten, Opfer, die wir mit Geduld in der Fastenzeit annehmen, werden uns mit umso größerer Freude am Sieg unseres Herrn Jesus Christus zu Ostern teilnehmen lassen.
Gesegnete weitere Fastenzeit, herzliche Grüße, Pfarrer Alexander
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