25. Jänner 2026
Wo kein Kläger, da kein Richter

Er wird kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“ Jesus ist ein Richter, das bezeugt uns das Neue Testament nachdrücklich. Von meinem Vater kenne ich die juristische Aussage: Wo kein Kläger, da kein Richter. Wer also ist der Kläger beim Jüngsten Gericht? Hier einige Gedanken dazu: Möglicherweise sind die „Kläger“ die Betroffenen, die „klagen“ und weinen und mit den Zähnen knirschen, wie es im Evangelium heißt, wenn die Türen des Himmels verschlossen werden. Aber das ist nun doch eher nicht die Bedeutung von Klägern, die wir meinen.
Wahrscheinlicher ist GOTT selbst der Kläger. Es geht um das Verhalten von uns Menschen, das oft so vom Plan Gottes und seinen Geboten abweicht. Sollte er uns nicht anklagen? Der HERR füllt diese Rolle aber ungern aus. Er hat Jesus gesandt, um die Welt zu retten, nicht um sie zu richten oder anzuklagen (vgl. Joh 3,16).
Eher ist es unser Gewissen, das uns anklagt. Wer kennt sie nicht, die Gewissensbisse? Wenn wir in die Klarheit des himmlischen Lichts und der göttlichen Liebe kommen – wie kann uns unser Gewissen ruhig lassen angesichts unserer Versäumnisse und Sünden?
Die Offenbarung des Johannes zeigt schließlich ein neues Bild: Der Himmel jubelt, denn „gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder, der sie bei Tag und bei Nacht vor unserem Gott verklagte“. Der „große Drache“, die „alte Schlange“ verführt nicht nur, sondern klagt im Nachhinein auch an. Dank sei Gott, der uns den Sieg geschenkt hat in Christus Jesus, unserem Richter und Retter!
Gottes Segen,
Kaplan Clemens
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