08. Februar 2026
„Ich glaube … die heilige katholische Kirche“

Christus hat die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben, um sie zu heiligen … Er will die Kirche herrlich vor sich hinstellen, ohne Flecken oder Falten oder andere Fehler; heilig soll sie sein und makellos (vgl. Eph 5,25-27). Gerade an dieses Wort aus dem Epheser-Brief muss ich beim Blick auf die hl. Mutter Teresa von Kalkutta (1910-1997) denken. Sie ist für Tausende, wenn nicht Millionen von Menschen das Antlitz der barmherzigen Liebe Jesu Christi, seiner Heiligkeit. Obwohl ihr Gesicht von Falten und Runzeln zerfurcht ist, strahlt es doch Freude und auf seine Weise Frische und Reinheit aus, für mich ein Bild für die Kirche. Die Kirche als ganze ist – wie wir es im 9. Artikel des Credos bekennen – heilig, weil sie der Leib Christi, des Heiligen, und von ihm geheiligt ist (vgl. Katechismus der Kath. Kirche 823-824).

Aber wie passt das dann mit der Tatsache zusammen, dass die Glieder der Kirche selbst schwache, für allzu menschliche, unvollkommene Handlungsweisen anfällige Menschen sind (Beispiele dafür gibt es in der Geschichte der Kirche zuhauf!)? Weil die Kirche „in ihrem eigenen Schoß“ Sünder umfasst, zugleich heilig und reinigungsbedürftig ist und immerfort den Weg der Buße und Erneuerung geht (vgl. Konzilskonstitution Lumen Gentium 8). Dies soll keine Rechtfertigung für konkrete Sünden oder Fehlhandlungen von Christen sein, sehr wohl aber uns alle zum Lob Gottes einladen, dass er seinem Volk, der Kirche, die ganze Geschichte hindurch treu ist und mit seiner Gnade heilend und heiligend am Werk ist. So wie der Mond seinen Glanz dadurch erhält, dass er von der Sonne bestrahlt wird, so empfängt auch die Kirche ihr Licht von Gott und kann es allen Menschen und Völkern der Erde (Lumen Gentium – Licht der Völker!) weitergeben im Bewusstsein der eigenen Unzulänglichkeit. Demut und Umkehr bedeuten: anerkennen, dass alle Heiligkeit ein Geschenk Gottes ist.
Herzliche Grüße, Pfarrer Alexander
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