Wort der Woche

11. Okt 2026

Hl. Franz von Assisi, 800. Jubiläumsjahr

Am Abend des 3. Oktober vor 800 Jahren bat der schwerkranke heilige Franziskus seine Mitbrüder, ihn zur Kirche „Santa Maria degli Angeli“ (Porziuncola) zurückzubringen, weil er hoffte, dort, wo er die Gnade empfangen hatte, seine Seele zurückzugeben. Als der Tod sich dem heiligen Franziskus näherte, hat er seine Mitbrüder gebeten, ihn auf den Boden zu legen und ihm die Kleidung auszuziehen, denn er wollte am Ende mit leeren Händen zu Gott zurückkehren, so wie alle Menschen, die gerade erst auf diese Welt gekommen sind. Doch die Brüder wollten nicht zulassen, dass er völlig nackt starb; so brachte ein Bruder ein Ordensgewand und einen Gürtel und sagte zu ihm: „Ich leihe dir diese Dinge aus, so wie man sie einem Bettler ausleiht.“ Diese Worte erfreuten Franziskus sehr, denn selbst in den letzten Augenblicken seines Lebens konnte er sein Gelübde der „Armut“ noch einhalten. Der heilige Franziskus ermahnte die Ordensbrüder, Gott, die göttliche Armut und das Evangelium zu lieben, und segnete alle seine Mitbrüder mit erhobener Hand. Schließlich sagte er: „Lasst uns Gott für den Tod unserer Schwester preisen.“ Daraufhin sangen sie gemeinsam den Sonnengesang (Lobgesang der Geschöpfe), während die Menschen laut das Kapitel über die Passion Jesu aus dem Johannesevangelium vortrugen. Franziskus entschlief friedlich. Das war am 3. Oktober 1226. Zwei Jahre später wurde er heiliggesprochen; man kann sagen, dass er der berühmteste und am meisten verehrte Heilige der Welt ist. Papst Leo XIV. hat anlässlich des 800. Todestages des heiligen Franz von Assisi im Jahr 2026 einen speziellen Brief veröffentlicht. Es handelt sich um ein „Sonderjubiläumsjahr des heiligen Franziskus“ Dieses Jubiläumsjahr dauert bis zum 10. Januar 2027, also ein ganzes Jahr. Die Apostolische Pönitentiarie hat für dieses besondere Jubiläumsjahr zudem ein Ablassdekret erlassen. Dazu genügt es nur bei einer Kirche der Franziskanerkloster, die dem heiligen Franziskus geweiht ist oder mit ihm in Verbindung steht. Man muss nicht nach Assisi zu reisen. Man sollte dort zumindest für eine angemessene Zeit beten, wobei das Gebetsanliegen insbesondere darin bestehen sollte, Gott zu bitten, dass wir nach dem Vorbild des heiligen Franziskus christliche Nächstenliebe gegenüber unseren Mitmenschen entwickeln und echte Harmonie und Frieden zwischen den Völkern schaffen.

Kaplan Giovanni WU

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