19. April 2026
Liturgie-Serie Teil 4: Die Versammlung

Wir setzen unsere Serie über die katholische Liturgie fort, indem wir nochmals einen Grundbegriff des Gottesdienstes in den Blick nehmen. Im letzten Wort der Woche wurde er schon angesprochen: die Versammlung. Er scheint uns auf den ersten Blick nicht aufzufallen, ja, selbstverständlich zu sein. Doch das ist er keinesfalls. Sichtbar wird das im Vergleich der beiden Messbücher, dem von vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil und dem von danach.
Im vorkonziliaren Messbuch beginnt die Beschreibung der Heiligen Messe mit dem Einzug des Priesters. Das Konzil brachte eine grundlegende Perspektivenänderung: Die Liturgie beginnt mit der Versammlung des Volkes Gottes. Die Messe ist nicht mehr primär gesehen das einsame Wirken des sacerdos, dem wir beiwohnen oder wo wir zusehen, sondern eine gemeinsame Handlung des Volkes Gottes, dem ein Presbyter (=Priester) vorsteht. Diese Sichtweise ist vielleicht noch nicht in unser aller Köpfen ausreichend angekommen. Unsere Kirche am Rennbahnweg versucht durch die Architektur der Rückbesinnung auf die Versammlung Rechnung zu tragen, indem die Sessel um den Altar angeordnet sind, was eine nähere und hoffentlich bewusstere Teilnahme am Gottesdienst ermöglichen soll.
Im Buch Exodus heißt es, dass das Volk „geordnet“ aus Ägypten auszog. Eine wohlgeordnete, festliche liturgische Versammlung ist ein wunderbarer Ausgangspunkt für eine ansprechende Heilige Messe. Wir dürfen dazu immer mehr versuchen, die anderen Brüder und Schwestern im Glauben besser kennenzulernen und sie liebevoll zu sehen und anzunehmen.
Eine gesegnete Osterzeit wünscht, Kaplan Clemens
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