20. September 2026
Ein neues Gesicht, ein neuer Diener

Liebe Brüder und Schwestern!
Mein Name ist Giovanni Haibo Wu und ich bin 33 Jahre alt. Ich bin als zweites Kind in einer normalen traditionellen und christlichen Familie geboren. Meine ältere Schwester und ich sind unter der christlichen Erziehung meiner Mutter in einem kleinen Dorf in China aufgewachsen. Obwohl ich im Glauben von meiner frommen Mutter erzogen wurde, war meine Beziehung mit Gott nicht so besonders. Vom Glauben kannte ich nur die Sonntagsmesse in der Kirche. Ich habe mich nur dafür interessiert, das Wohl meines Lebens zu suchen, z.B. mit Freunden etwas zu unternehmen, das zu tun, worauf man Lust hat, und sich gleichzeitig für einen Job ins Zeug zu legen. All das, um meine Zukunft zu garantieren und damit ich mich sicher fühle. Aber irgendwie spürte ich, dass etwas in mir fehlt.
Ein entscheidender Moment meines Lebens kam plötzlich zu mir. Im Jahr 2013 habe ich den Ruf Gottes durch die Hilfe meines Heimatpfarrers gespürt, weil in mir eine Frage wegen des Todes meines Onkels entstanden ist. Als ich vor seinem Sterbebett gestanden bin, habe ich eine Frage in meinem Herzen gehabt: Was ist der Sinn des Lebens? Denn, was ich bis dahin gesucht habe, brachte mir kein wahres Glück.
Mein Heimatpfarrer hat mich mit den Worten vom Evangelium, die Jesus zu seinen Jüngern gesagt hat, eingeladen, in das Priesterseminar einzutreten. Er sagte: „Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus … fragte sie: was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht!“ (Joh 1,37-39) Diese Worte haben mir Mut gegeben, dass ich als Seminarist mein Leben Christus widme. Dadurch, dass ich den „Neokatechumenalen Weg“ in meinem Heimatland kennengelernt habe, bin ich im Jahr 2015 ins Diözesane Missionskolleg „Redemptoris Mater“ nach Wien geschickt worden. Durch Gottes Liebe und Treue hat er mir erlaubt, sein Diener zu sein, wie in dem Gleichnis Jesu: Der Herr geht hinaus, um seine Arbeiter, seine Diener zu suchen. Ich bin froh und dankbar, dass ich hier etwas beitragen darf. Denn er hat mich zuerst geliebt und mich zuerst gesucht.
Kaplan Giovanni Wu
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