Wort der Woche

10. Mai 2026

Liturgie-Serie Teil 7: Das Tagesgebet

Wenn wir das Wort „Kollekte“ hören, dann denken wir vielleicht an den Klingelbeutel, an ein Sackerl oder ähnliches, das mit Geld zu füllen wir eingeladen werden. Kollekte kommt von der Bedeutung „sammeln“. Meist passiert das in der Mitte oder nach der Messe.

Doch auch schon ganz am Anfang der Heiligen Messe haben wir es mit einer „Collecta“ zu tun – so wird nämlich das „Tagesgebet“ auf Lateinisch genannt. Nach der Begrüßung und den ersten Dialogen ruft der Priester dazu auf mit den Worten: „Lasset uns beten“, auf Latein: „Oremus“.

Und das meint er auch so wie er es sagt! Nicht nur er will beten, sondern „wir“, alle Anwesenden. Deshalb folgt auf die Einladung eine Stille. In dieser Stille sind wir alle eingeladen zu beten, das heißt vor allem, unsere Herzen zum Himmel, zu Gott zu erheben. Wir kommen vom Alltag, von den Sorgen, von vielerlei Ablenkung und so ist es notwendig, dass wir uns erstmal selbst „sammeln“ und unsere Gedanken auf Gott hin ausrichten. Vielleicht fällt mir dann schon eine besondere Bitte ein, mit der ich zu dieser Heiligen Messe gekommen bin oder ich denke an den Festtag, der heute gefeiert wird.

Der Priester „sammelt“ dann alle unsere Gebete in der „Collecta“, die er aus dem Messbuch liest und betet. Sie beginnt immer mit einer Anrede an Gott und endet mit einem trinitarischen Ruf. Und wir alle sind eingeladen, mit einem kräftigen „Amen“ auf jenes Gebet zu antworten, das alle unseren persönlichen Gebete zusammenfasst und mächtig vor Gott vereint. So beginnen wir gut vorbereitet und auf Gott ausgerichtet den ersten Teil der Messe, den Wortgottesdienst.

Gottes Segen wünscht allen,

Kaplan Clemens

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