Wort der Woche

08. Nov. 2026

Ein einzigartiger Tabernakel

Wer den Kirchenraum von St. Christoph von der Straße aus betritt, der findet sich in einer anderen Welt wieder: still, beschaulich, zentriert auf den Altar. Der zweite Blick sucht den Tabernakel, und in St. Christoph befindet sich seit vielen Jahren ein besonderes Kunststück: Der goldene Tabernakel ist eingebaut in einen künstlerisch ausgefeilten Baum, der fast bis zur Decke reicht.

Gesegnet wurde der Tabernakelbaum im Jahr 1984. Wenn ich mich nicht irre – Wissende mögen mich korrigieren – so wurde der Baum vom damaligen Pfarrer und jetzigem Missionar Helmut Nagorziansky selbst in Finnland zum ersten Mal gesehen und ausgewählt. Es handelt sich um eine 500 Jahre alte nordische Kiefer nahe der russischen Grenze. Eine finnische Künstlerin, Eva Ryynänen, wohnhaft damals in Vuonislahti, hat die Gestaltung und Verschönerung übernommen, ehe er an sein Ziel ins weit entferne Österreich transportiert wurde.

Bis heute gibt er dem Leib Christi nicht nur einen ästhetischen Aufbewahrungsort, sondern ruft durch seine ansprechende Form auch immer wieder neue Interpretationen hervor. Mich erinnert die Skulptur an jene Feuersäule, die dem Volk Israel in der Wüste voranging, um ihm den Weg ins Gelobte Land zu zeigen. In ähnlicher Weise macht die Anwesenheit Christi diesen Ort zu einem Ort des Gebetes, an dem wir nicht nur zu Gott sprechen, sondern, wenn wir genau hinhören und Gott uns seine Gnade schenkt, auch Wegweisung für unser Leben empfangen können. Er gibt uns eine Richtung: Auf Christus hin leben wir, er möchte die Mitte unseres Lebens sein: „Jesus, dir leb‘ ich, Jesus, dir sterb‘ ich, Jesus, dein bin ich, im Leben und im Tod.“

Alles Gute wünscht,

Kaplan Clemens

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